Projekte

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Aktuelle Projekte

Schule ist die Institution, die der Sozialisation und systematischen Qualifizierung nachwachsender Generationen für ein Leben in der Gesellschaft dient. Sie erscheint in ihren Grundstrukturen sehr stabil, aber mit den gesellschaftlichen Veränderungen in Deutschland in den letzten Jahrzehnten waren auch neue Anforderungen an Schule verbunden. So stieg etwa in Folge der Bildungsexpansion die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die das Gymnasium besuchen. Seit den 1970er Jahren kam es zu gravierenden ökonomischen Umbrüchen, die auch mit Prozessen einer verstärkten Migration verknüpft waren, zu einer Zunahme von Individualisierung führten und zu Veränderungen in den vorherrschenden Vorstellungen über Gesellschaf und Zukunft. Während Veränderungen auf struktureller und curricularer Ebene (z.B. Schularten, Lehrpläne) vergleichsweise gut dokumentiert sind, lassen sich Veränderungen der Schul- und Unterrichtskulturen, vor allem die Ebene schulischer und unterrichtlicher Praxis, mangels Daten für die letzten Jahrzehnte kaum nachzeichnen. Es existieren viele Vermutungen dazu, aber kaum empirisch abgesichertes Wissen.
An diesem Forschungsdesiderat setzt das von der DFG geförderte Projekt „Schule im Wandel“ (SchiWa) an. Empirischer Ausgangspunkt ist die Drei-Länder-Studie (DLS) von Fend, die 1978/79 in Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen durchgeführt wurde. Im Jahr 2023, etwa 45 Jahre später, sollen in einer Follow-Up-Studie 24 von (N=48) noch existenten Schulen, die Teil der DLS waren, mit weitgehend originalen Instrumenten im Hinblick auf Merkmale der Schul- und Unterrichtskultur, Lernvoraussetzungen und -ergebnisse erneut untersucht werden. Die damals verwendeten Instrumente sind heute noch nutzbar, wie umfangreiche Vorstudien (siehe Publikationsliste) zeigen. Diese quantitative Studie bildet zusammen mit historiographischen Fallstudien an ausgewählten Einzelschulen die Grundlage für eine bildungshistorische Analyse schul- und unterrichtsbezogener Veränderungen. Es geht in dem Projekt also um (1) den quantitativ-empirischen Nachweis von Veränderungen bzw. von Stabilitäten in einer bedeutsamen Gruppe von Schulen auf dem heutigen Stand der Schulforschung und ihrer Methodologie, um (2) die bildungshistorische Kontextualisierung dieses Vergleichs und schließlich (3) um eine nachvollziehbare Einordnung dieser Ergebnisse in zeithistorische Entwicklungen seit den 1970er Jahren.

Ausgewählte Publikationen im Rahmen der Vorstudien
Dohrmann, J., Feldhoff, T., Steinert, B., & Klieme, E. (2019). Überzeugungen von Lehrkräften, Adaptivität des Unterrichts und Lernergebnisse im Fach Englisch. Zeitschrift für Pädagogik, 65(1), 56-72.

Dohrmann, J. (2021). Überzeugungen von Lehrkräften. Ihre Bedeutung für das pädagogische Handeln und die Lernergebnisse in den Fächern Englisch und Mathematik. Münster: Waxmann.

Feldhoff, T., Reh, S., Klieme, E., Wurster, S., Steinert, B., Dohrmann, J., & Schmid, C. (2020). Schul- und Unterrichtskultur im Wandel. In B. Frommelt & H. Ullrich (Hrsg.), Transfer Forschung - Schule Köln (S. 47-53). Köln: Link.

Feldhoff, T., Reh, S., Klieme, E., Wurster, S., Steinert, B., Dohrmann, J., & Schmid, C. (2020). Schul- und Unterrichtskultur im Wandel. Ausgabe Hessen und Rheinland-Pfalz, 24(11), 310-312.

Reh, S., Feldhoff, T., Klieme, E., Wurster, S., Steinert, B., Dohrmann, J., & Schmid, C. (2020). Schul- und Unterrichtskultur im Wandel. Ausgabe Baden-Württemberg, 29(2), 50-52.

Feldhoff, T., Reh, S., Klieme, E., Mattes, M., Wurster, S., Steinert, B., Dohrmann, J., & Schmid, C. (2020). Schulkulturen im Wandel – Potentiale und erste Erkenntnisse zur Untersuchung von Schulkulturen im Wandel. In I. van Ackeren, H. Bremer, F. Kessl, H. C. Koller, N. Pfaff, C. Rotter, D. Klein & U. Salaschek (Hrsg.), Beiträge zum 26. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (S. 433-445). Opladen, Berlin, Toronto: Verlag Barbara Budrich 2020.

Feldhoff, T., Klieme, E., & Reh, S. (2019). Neue Erkenntnisse zur Schul- und Unterrichtsqualität durch Re-Analyse der Daten der Gesamtschulstudie von Helmut Fend. Thementeil der Zeitschrift für Pädagogik, 65(1).

Hausen, J., Schmid, C., Wurster, S., Dohrmann, J., Feldhoff, T., Steinert, B., Klieme, E., & Lenski, A. (2019). Skalenhandbuch Schule im Wandel (SchiWa) - Vorstudie. Frankfurt am Main: Pedocs.

Mattes, M. (2017). Von der Leistungs- zur Wohlfühlschule? Zeitschrift für Pädagogik, Beiheft 63, 187–206.

Mattes, M. (2018). Gesamtschule im Flächenversuch. In A. Hoffmann-Ocon, L. Criblez & C. Groppe (Hrsg.). Jahrbuch für Historische Bildungsforschung 23 (S. 29–58). Bad Heilbrunn: Klinkhardt.

Mattes, M. & Reh, S. (2018). Entstehung und Durchführung der Gesamtschul-Studien in den 1970er Jahren. Zeitschrift für Pädagogik, 65(1), 9–24.

Schmid, C., Dohrmann, J.; Feldhoff, T., Steinert, B., Wurster, S., & Klieme, E. (2019). Skalenhandbuch Drei-Länder-Studie (DLS) 1978/79 von Helmut Fend. Frankfurt am Main: DIPF | Leibniz Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation.

Steinert, B., Dohrmann, J. & Schmid, C. (2019). Lehrerkooperation, Unterrichtsqualität und fachliche und überfachliche Ergebnisse von Schüler*innen in Englisch und Mathematik. Zeitschrift für Pädagogik, 65(1), 40–55.

Wurster, S., & Feldhoff, T. (2019). Schul- und Unterrichtsqualität aus der Mehrebenenperspektive: Ist die Schule oder Klasse die relevante pädagogische Gestaltungseinheit? Zeitschrift für Pädagogik, 65(1), 24-39.

Eine Projektbeschreibung der Qualitätsoffensive Lehrerbildung finden Sie hier Link.

Ausgewählte Publikationen im Teilprojekt Bildungswissenschaften:

Baston, N., Feldhoff, T., Gabriel-Busse, K., Graf, T., Groß-Mlynek, L., Harring, M., Lenski, A.E. & Peitz, J. (2019). Lehr - Lern-Labore: Der Transfer zwischen MINT- und geistes- sowie sozialwissenschaftlichen Fächern. In: A. Bresges, M. Harring, A. Kauertz, V. Nordmeier, I. Parchmann & P. Post (Eds.). Theorie-Praxis-Verzahnung. Innovationen und empirische Befunde aus der Qualitätsoffensive Lehrerbildung.

Bresges, A., Harring, M., Kauertz, A., Nordmeier, V., Parchmann, I., & Post, P. (2019). Theorie-Praxis-Verzahnung – Eine Einführung in die Thematik. In: A. Bresges, M. Harring, A. Kauertz, V. Nordmeier, I. Parchmann & P. Post (Eds.). Theorie-Praxis-Verzahnung. Innovationen und empirische Befunde aus der Qualitätsoffensive Lehrerbildung. Bielefeld: W. Bertelsmann.

Bresges, A., Harring, M., Kauertz, A., Nordmeier, V., Parchmann, I., & Post, P. (2019). Theorie-Praxis-Verzahnung – Eine Einführung in die Thematik. In: A. Bresges, M. Harring, A. Kauertz, V. Nordmeier, I. Parchmann, & P. Post (Eds.). Theorie-Praxis-Verzahnung. Bielefeld: W. Bertelsmann.

Bresges, A., Harring, M., Kauertz, A., Nordmeier, V., Parchmann, I., & Post, P. (2019). Theorie-Praxis-Verzahnung. Innovationen und empirische Befunde aus der Qualitätsoffensive Lehrerbildung. Bielefeld: W. Bertelsmann.

Bürger, F., Baston, N., Harring, M., Lindlahr, W., Lhotzky, J., Peitz, J., & Wendt, K. (in Vorbereitung). Selbstorganisiertes Experimentieren in kollaborativen Kleingruppen an Experimentierstationen im Physikunterricht.

 Gabriel-Busse, K., Groß-Mlynek, L., Feldhoff, T., & Harring, M. (2019, in Druck). Eine Unterrichtssequenz – unterschiedliche Einschätzungen. Analyse videografierter Unterrichtssequenzen als Bestandteil einer evidenzbasierten Lehrer/innenausbildung. In: Zeitschrift für Erziehungswissenschaft (ZfE).

 Groß-Mlynek, L., Graf, T., Harring, M., Feldhoff, T., & Gabriel, K. (2018). Unterrichtsvideos als Element der Theorie-Praxis-Verzahnung im Lehramtsstudium. Journal für Lehrerinnenbildung, 18, (3), 55-61.

Peitz, J., Baston, N., Harring, M., & Feldhoff, T. (2019). Professionalisierung von Lehrkräften. Das Mainzer Modell der Lehrerbildung. In: Schulverwaltung (Eds.). Zeitschrift für Schulentwicklung und Schulmanagement, (11).

Abgeschlossene Projekte

Die Daten des Projektes der Evaluation der Schulinspektion Hamburg fließen ferner in eine Dissertation ein, die sich mit Entwicklungsprozesse auf Einzelschulebene im Nachgang von Schulinspektionen beschäftigt und über einen längeren Zeitraum nachzeichnet. Im Rahmen der Dissertation wird untersucht, inwieweit Schulen das Feedback von Inspektionen überhaupt heranziehen um Entwicklungsmaßnahmen zu initiieren und welche Verarbeitungs- und Anpassungsprozesse zugrunde liegen. Darüber hinaus wird der Frage nachgegangen, welche Rolle innerschulische Voraussetzungen für die Datennutzung spielen. Für die längsschnittliche Betrachtung der Schulen wird ein Subsample aus der Stichprobe des Projektes ausgewählt, für die ein Entwicklungsprozess über zwei Handlungszeiträume zwischen der ersten und zweiten Inspektion und einer jeweils darauffolgenden Reaktion nachgezeichnet werden kann. Neben Interviews mit den Schulleitungen der 15 Schulen aus der stratifizierten Stichprobe werden dafür die Inspektionsberichte des ersten und zweiten Zyklus, Entwicklungsberichte sowie weitere schulische Dokumente herangezogen, um fundierte Kenntnisse über Entwicklungsprozesse an Schulen im Nachgang von Inspektionen zu gewinnen. Die Auswertung erfolgt mittels qualitativer Inhaltsanalyse der Interviews und Dokumentenanalysen.

Projektdurchführung: Tanja Rettinger

Das Projekt „Schule im Wandel“ besteht seit Juli 2013 und setzt sich aus vier Studien zusammen:

  • Aufbereitung und Reanalyse der Drei-Länder-Studie von Helmut Fend (Daten aus den Jahren 1978 und 1979 zur Evaluierung der Gesamtschule in Niedersachsen, Hessen und Nordrhein-Westfalen)
  • Zeithistorische Studie zum Wandel pädagogischer und schulpolitischer Diskurse und Praktiken am Beispiel des Flächenversuchs mit Gesamtschulen im hessischen Landkreis Wetzlar
  • Vorstudie für ein Follow-up der Fend-Studie an 10 Schulen in Hessen und Rheinland-Pfalz
  • Eine von der DFG geförderte bildungshistorische Studie, bei der 26 von 48 verbliebenen Schulen der Drei-Länder-Studie untersucht werden.

Im Rahmen der ersten Studie, welche gemeinsam mit der Abteilung Bildungsqualität und Evaluation (BiQua) des Leibniz-Institutes für Bildungsforschung und Bildungsinformation (DIPF) verantwortet wird, wurden die Daten der Drei-Länder-Studie (DLS) von Helmut Fend rekonstruiert und neue Skalierungen sowie Analysen zu Effekten der Schul- und Unterrichtsqualität unter Anwendung heutiger methodischer Standards und Software (z. B. IRT-Skalierung, Mehrebenenanalysen) durchgeführt.

Bei der zweiten Studie, die von Prof. Dr. Sabine Reh (Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung, BBF) konzipiert wurde, handelt es sich um eine zeithistorische Analyse zum Wandel pädagogischer und schulpolitischer Diskurse und Praktiken am Beispiel des Flächenversuchs mit Gesamtschulen im hessischen Landkreis Wetzlar. Der Landkreis Wetzlar war im Rahmen der Fend-Studie von besonderem wissenschaftlichem Interesse, weil hier 1971 die Gesamtschule flächendeckend eingeführt, d. h. sämtliche Schulen der Sekundarstufe I in Schulen einer neuen Schulform umgewandelt wurden.

Die dritte Studie besteht aus einer Neuerhebung, die in Kooperation mit dem DIPF zu Beginn des Jahres 2017 an 10 Schulen in Hessen und Rheinland-Pfalz realisiert wurde. Ausgewählte Instrumente, die Fend im Rahmen der Drei-Länder-Studie entwickelt hat, wurden erneut eingesetzt um zu prüfen, inwieweit sie heute gebräuchlichen Gütekriterien noch genügen. Erste Analysen sollen Aufschluss geben über mögliche Veränderungen in den Einstellungen und Praktiken von Lehrkräften im Umgang mit den Schülerinnen und Schülern über die letzten 40 Jahre hinweg.

Nähere Informationen zur aktuellen von DFG geförderten bildungshistorische Studie siehe aktuelle Projekte „Schule im Wandel“.

Ausgewählte Publikationen:

Dohrmann, J., Feldhoff, T., Steinert, B. & Klieme, E. (2019). Überzeugungen von Lehrkräften, Adaptivität des Unterrichts und Lernergebnisse im Fach Englisch. Zeitschrift für Pädagogik, 65(1), 56–72.

Feldhoff, T., Klieme, E. & Reh, S. (2019). Schul- und Unterrichtsqualität am Ende der 1970er Jahre. Re-Analysen der „Drei-Länder-Studie“ von Helmut Fend. Einführung in den Thementeil. Zeitschrift für Pädagogik, 65(1), 1–5.

Hausen, J., Schmid, C., Wurster, S., Dohrmann, J., Feldhoff, T., Steinert, B., Klieme, E. & Lenski, A. (2019). Skalenhandbuch Schule im Wandel (SchiWa) - Vorstudie. URN: urn:nbn:de:0111-pedocs-174367 [08.10.2019].

Mattes, M. (2017). Von der Leistungs- zur Wohlfühlschule? Zeitschrift für Pädagogik, Beiheft 63, 187–206.

Mattes, M. (2018). Gesamtschule im Flächenversuch. In A. Hoffmann-Ocon, L. Criblez & C. Groppe (Hrsg.), Schwerpunkt. Scheinbarer Stillstand – pädagogische Diskurse und Entwicklungen in den Achtzigerjahren. Jahrbuch für Historische Bildungsforschung 23 (S. 29–58). Bad Heilbrunn: Klinkhardt.

Mattes, M. & Reh, S. (2018). Entstehung und Durchführung der Gesamtschul-Studien in den 1970er Jahren. Zeitschrift für Pädagogik, 65(1), 9–24.

Steinert, B., Dohrmann, J. & Schmid, C. (2019). Lehrerkooperation, Unterrichtsqualität und fachliche und überfachliche Ergebnisse von Schüler*innen in Englisch und Mathematik. Zeitschrift für Pädagogik, 65(1), 40–55.

Schmid, C., Dohrmann, D., Feldhoff, T., Steinert, B., Wurster, S. & Klieme, E. (2019). Skalenhandbuch Drei-Länder-Studie von Helmut Fend. Frankfurt am Main. URN: urn:nbn:de:0111-pedocs-172975 [08.10.2019].

Wurster, S. & Feldhoff, T. (2019). Schul- und Unterrichtsqualität aus der Mehrebenenperspektive. Zeitschrift für Pädagogik, 65(1), 24–39.

Im Auftrag der Senatorin für Kinder und Bildung evaluierte eine wissenschaftliche Expertengruppe unter Federführung des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF, Frankfurt a.M./Berlin, Sprecher der Expertengruppe: Kai Maaz) den im Jahr 2008 im Bundesland Bremen vereinbarten „Bremer Konsens zur Schulentwicklung“ (Schulreform). Es wurde parteienübergreifend eine strukturelle Weiterentwicklung des Schulsystems – unter anderem durch die Einführung eines zweigliedrigen Sekundarschulsystems – verabredet, die nun einer externen Bilanzierung unterzogen werden soll. Im Rahmen dieser Evaluation wurde Tobias Feldhoff beauftragt, eine Expertise zur Steuerung und Qualitätsentwicklung in Bremen zu erstellen. Ziel der Expertise war es, die schulischen Qualitätsentwicklungsinstrumente im Land Bremen (Vergleichsarbeiten, zentrale Prüfungen, interne Evaluation etc.) hinsichtlich ihrer Nutzung und wahrgenommenen Verwendbarkeit für die Schul- und Unterrichtsentwicklung aus Sicht der Schulleitungen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schulaufsicht zu untersuchen. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Analyse der Handlungskoordination im Bremer Schulsystem, insbesondere zwischen Schulleitung und Schulaufsicht. Die Datenbasis bildet eine Vollerhebung mittels Fragebögen aller Schulleitungen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schulaufsicht in Bremen. Den Beitrag in der entsprechenden Gesamtpublikation finden Sie hier:

Ausgewählte Publikationen:

Feldhoff, T., Wurster, S., Rettinger, T., Hausen, J.& Neumann, M. (2019): Steuerung und Qualitätsentwicklung im Bremer Schulsystem. In: Kai Maaz, Marcus Hasselhorn, Till-Sebastian Idel, Eckhard Klieme, Birgit Lütje-Klose, Petra Stanat et al. (Hg.): Zweigliedrigkeit und Inklusion im empirischen Fokus. Ergebnisse der Evaluation der Bremer Schulreform. 1. Auflage. Münster: Waxmann, S. 177–216.

Ziel des Projektes war es, die Arbeit der Hamburger Schulinspektion hinsichtlich ihrer Impulsfunktion für Schulentwicklungsprozesse zu evaluieren und Hinweise für die Weiterentwicklung der Schulinspektion im dritten Zyklus zu geben. Die inhaltlichen Schwerpunkte des Projekts waren die Analyse der innerschulischen Verarbeitungs- und Entwicklungsprozesse, der Gestaltung der Schnittstellen zum Beratungs- und Unterstützungssystem durch Schulaufsicht und Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung sowie der Gestaltung des Inspektionsverfahrens. Hinsichtlich des Inspektionsverfahrens stand insbesondere die Wahrnehmung durch Schulleitungen und Inspektionsteam der im zweiten Zyklus stärker dialogisch und im Sinne eines Deutungsangebots angelegten Rückmeldungen im Fokus. Zudem wurden die unterschiedlichen Funktionen von Schulinspektionen (u.a. Entwicklung und Kontrolle) für das Bildungssystem in den Blick genommen. Das Projekt dient darüber hinaus als Vorstudie für eine längsschnittlich angelegte Folgestudie, die bei der DFG beantragt werden soll. Die Datenbasis bildet eine nach Schulart, sozialer Belastung und Schulentwicklungskapazität stratifizierte Zufallsstichprobe von 15 Schulleitungsinterviews, Interviews mit dem gesamten Inspektionsteam sowie schulische Dokumente (z.B. Inspektions- und Entwicklungsberichte). Die Auswertung erfolgt mittels qualitativer Inhaltsanalyse der Interviews und Dokumentenanalysen. Den vollständigen Bericht finden Sie hier

Ausgewählte Publikationen:

Feldhoff, T., Wurster, S., Rettinger, T. & Hausen, J. (2017). Ergebnisbericht Evaluation der Hamburger Schulinspektion (EvaHaSi). Mainz: Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

Feldhoff, T. & Wurster, S. (2017). Ein Angebot, das sie nicht ablehnen können? Schulische Reaktionsweisen auf das Deutungsangebot der Schulinspektion. In M. Pietsch & I. Hosenfeld (Hrsg.), Inspektionsbasierte Schul- und Unterrichtsentwicklung. Empirische Pädagogik, 31(2), 158-172.

Rettinger, T., Feldhoff, T. & Wurster, S. (2019). Innerschulische Verarbeitung und Verwendung von Inspektionsergebnissen am Beispiel von Hamburg. Schulverwaltung Hessen & Rheinland-Pfalz, 24(4), 114-116.

Evaluationsgestützte Schul- und Unterrichtsentwicklung ist ein wesentliches Ziel gegenwärtiger Steuerungsbemühungen im deutschen Schulsystem. Mit der Einführung von bildungsstandardbasierten Tests, zentralen Abschlussprüfungen, externen sowie internen Evaluationen verbindet die Bildungspolitik in den meisten Bundesländern hohe Erwartungen hinsichtlich einer datenbasierten Weiterentwicklung von Schule und Unterricht, die idealerweise in einer Verbesserung der Schülerleistung mündet. Bislang liegen allerdings kaum empirische Befunde vor, die die Wirksamkeit unterschiedlicher Strategien der Datennutzung im Hinblick auf Schülerleistungen untersuchen. Im Sinne eines holistischen Ansatzes der Qualitätssicherung und -entwicklung stehen in Schulen für die Initiierung von Entwicklungsaktivitäten Daten aus Vergleichsarbeiten, zentralen Abschlussprüfungen, der Schulinspektion und internen Evaluationen zur Verfügung. Ziel des Projektes ist es die (steuerungspolitisch intendierten) Effekte schulischer Evaluationspraxis auf die Entwicklung der (adjustierten) Schülerleistung zu analysieren sowie ko-determinierende organisationale Merkmale der Schulen zu untersuchen. Zu diesem Zweck soll ein umfangreicher Datensatzes für Sekundäranalysen generiert werden. Dieser besteht einerseits aus Befragungsdaten von Schul- und Fachkonferenzleitungen zur schulischen Evaluationspraxis und Merkmalen der Organisation Schule sowie andererseits aus verschiedenen routinemäßig erhobenen Schülerleistungsdaten aus Vergleichsarbeiten sowie zentralen Abschlussprüfungen verschiedener Kohorten um Längsschnittanalysen zu ermöglichen.